Blogartikel Ruhe im Kopf Neurodivergenz

Warum Ruhe im Kopf nicht für alle Menschen ein realistisches Ziel ist

Wenn der Kopf nicht stillsteht – und das nicht (nur) ein Problem ist. Es gibt diese Momente, in denen der Körper erschöpft ist, der Kopf aber einfach nicht aufhört zu denken. Gedanken rollen sich durch endlosen Spiralen, springen von einem Thema zum nächsten, analysieren, bewerten, verknüpfen, springen wieder zurück. Wer dieses Erleben kennt, weiß: Das hat wenig mit mangelnder Achtsamkeit zu tun – und viel mit einer anderen Art, die Welt zu verarbeiten. Besonders neurodivergente Menschen – etwa jene mit einem ADHS- oder AuDHD-Profil – kennen diesen inneren Dauer-Sendebetrieb, bei dem der Geist permanent auf Empfang ist. Diese unaufhörliche Aktivität ist bei diesen Menschen nicht pathologisch, und gleichzeitig kann sie für die Betroffenen belastend sein. Viele wünschen sich deshalb vor allem eines: Ruhe im Kopf. Doch was, wenn diese Ruhe nicht im klassischen Sinne erreichbar ist?Was, wenn das, was viele Coaches und Therapeutinnen als Ziel formulieren, für neurodivergente Menschen ein Versprechen bleibt, das nicht zu ihrer Realität und ihrem Betriebssystem passt? […]

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Blogartikel-Stress-Selbstvergessenheit-Hyperfokus

Zwischen Feuerlöschen und Selbstvergessenheit

Im alten Beruf war ich immer die, die im Chaos den Überblick behielt. Die Feuerlöscherin. Die Spezialistin für die besonderen Fälle und die besonderen Kunden, die viel Aufmerksamkeit benötigten.
Diejenige, die im Job kurzfristig Unmögliches möglich macht, weil „nur du kannst das noch retten“. Unter Druck konnte ich am besten liefern, ich brauchte ihn sogar. Die Deadline, der Abgabetermin war mein Dopamin-Kick.

Doch was ich lange nicht gesehen habe: Ich funktionierte – ich lebte nicht.

Erst viel später begriff ich:
Mein scheinbar ruhiges, starkes Nervensystem war eigentlich ständig übererregt.
Mein scheinbarer Erfolg „nur“ eine Folge von Trauma-Anpassung, ADHS-Hyperfokus und perfektionistischem Selbstschutz. […]

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Blogartikel-RSD-Trauma-Neurodivergenz

Die unsichtbare Wunde: RSD, Trauma und der Weg zurück ins Mitgefühl

in nicht geantwortetes „Wie geht’s dir?“
Ein flüchtiger Blick, ein verunsichernder Tonfall –
Und plötzlich ist da dieser Schmerz.

Tiefer, als es der Anlass vermuten lässt.
Echter, als du ihn erklären kannst.
Manchmal lähmend. Manchmal brennend.

Was du fühlst, hat einen Namen: RSD – Rejection Sensitive Dysphoria.
Ein Phänomen, das viele neurodivergente Menschen – besonders mit ADHS oder AuDHD – betrifft. Und das eng verwoben ist mit frühen Bindungserfahrungen, Trauma und der tiefen Sehnsucht nach Verbundenheit. […]

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