Höher, schneller, weiter – durch Meditation?

Kürzlich habe ich einen Artikel in einem Magazin gelesen, in welchem Meditationen für den Arbeitsalltag wärmstens empfohlen wurden. Durch tägliches Meditieren könne man als Mitarbeiter noch stressresistenter bzw. resilienter und noch produktiver werden.

Zudem verbessere regelmäßiges Meditieren die Konzentrationsfähigkeit, so dass man sich nicht mehr so schnell von seiner eigentlichen Arbeit ablenken lasse und die Dinge dadurch noch schneller, noch klarer, noch effektiver erledigen könne, so der Artikel.

Aus meiner Erfahrung würde ich sagen: Ja und Nein. Wie so Vieles im Leben, ist auch die Meditation ein Paradoxon…

 

Der innere, neutrale Beobachter

Ja, Meditation kann helfen, unsere Produktivität zu steigern – sofern das Ergebnis im Einklang mit unseren Werten ist.

Auch hilft uns das regelmäßige Meditieren besser mit Stress umzugehen.

Indem wir lernen unseren inneren Beobachter zu aktivieren, „trainieren“ wir unsere Wahrnehmung.

So lernen wir einerseits unsere Gefühle differenzierter wahrzunehmen, andererseits uns weniger von unseren Gedanken, bzw. Impulsen kontrollieren zu lassen.

Das führt auf Dauer dazu, dass wir unsere Reaktionen verändern und unser Handeln nach und nach bewusster wird.

 

Klarheit gewinnen

In einer Welt, in der pausenlos eine Vielzahl von Informationen auf uns einprasseln, hilft uns die Meditation auch unsere Unterscheidungsfähigkeit zu schulen.

Dadurch gewinnen wir einen klareren Blick auf die Dinge. Wir lernen zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden, so dass wir uns noch besser auf unsere Ziele konzentrieren / fokussieren können.

Aber diese neu gewonnene Klarheit hat auch eine andere Seite.

 

Was kommt zum Vorschein, wenn der innere See ruhig geworden ist?

Regelmäßiges Meditieren kann auch das Unbehagen offenbaren, dass sich zeigt, wenn wir nicht hinter unseren Aufgaben, bzw. unserer Arbeit stehen. Wenn wir nicht in einem Job, einem beruflichen Umfeld sind, dass zu uns passt, unserer Natur und unseren Fähigkeiten und Werten entspricht.

Vielleicht gärt dieses Unbehagen sogar schon länger in uns. Und trotzdem beißen wir die Zähne zusammen – schließlich haben wir es so gelernt (Indianer kennt keinen Schmerz).

Und so bewegen wir uns vielleicht mehr oder weniger freudlos im ersten Gang durch den Arbeitsalltag, hin zum nächsten Feierabend. Von Wochenende zu Wochenende, von Urlaub zu Urlaub, bis hin zur Rente. Denn erst dann, nach Feierabend, am Wochenende, in der Rente beginnt unser richtiges Leben.

 

Deine innere Haltung zählt

Vielleicht deckt die Meditation auch auf, dass wir schon über eine lange Zeit hinweg unsere wertvolle Arbeitsenergie an und für etwas verschenkt haben, was unser Herz und Interesse in Wirklichkeit nicht mehr berührt.

Oder es werden nach und nach moralische/ethische Differenzen sichtbar. Z.B. Wird eine eine Arbeitsmotivation von uns erwartet, die sich auf eine ständige Gewinnmaximierung und Null-Fehler-Strategie gründet, welche sich weder mit unseren grundsätzlichen Werten noch mit unserer inneren Haltung deckt.

Hier entsteht eine innere Spaltung, die zufolge hat, dass wir innerlich einen immer größer werdenden Widerstand aufbauen. Dieser kostet uns sehr viel Kraft und raubt uns auf Dauer unnötig Lebensenergie. Und das wiederum kann uns schleichend krank machen.

 

Lebe das Leben, das wirklich zu Dir passt

So zumindest ist es mir ergangen, bis ich in einem Burn-Out gelandet bin.

Mit dieser Erfahrung kann ich sagen, dass eine regelmäßige Mediationspraxis nicht resilienter, also widerstandsfähiger macht, so dass alles von uns „abprallt“. Ganz im Gegenteil: sie macht uns feiner und feinfühliger. Klarer, sehr viel klarer und ruhiger. Wir erkennen, was wir wollen und brauchen und was nicht. Aber vor allem macht sie mitfühlender und freundlicher. Mit sich selbst und anderen. Und durchlässiger.

Außerdem beginnt sie uns mehr und mehr zu verbinden. Mit uns selbst. Mit unserer wahren Natur. Mit anderen Menschen, der Welt und all ihren Lebewesen.

Letztlich hilft sie uns dabei, in unsere eigene Kraft zurückzufinden, um ein authentisches Leben zu kreieren. Das (Arbeits-)Leben, dass wirklich zu uns passt.

 

Welche Erfahrungen hast Du mit der Meditation gemacht? Teile sie gern in den Kommentaren.

Komm behütet durch den Tag,
Deine Anita 🙏🏻❤️
 

 

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