Meine Liebe, mein Lieber,

heute mag ich gern ein paar Gedanken zum Älterwerden mit Dir teilen. Uuaah Älterwerden – welch garstig Wort :-).

Warum das Thema, fragst Du? Na ja, es kam ganz von selbst; nicht zuletzt, weil ich in diesem Monat Geburtstag habe – die Siebschläferin wird verrückte 47. Weshalb ich gerade förmlich in die Retrospektive geschoben werde. Ich schaue mir an, wie die Reise bisher so war und vor allem, wo darf sie hin gehen? Und für diese Ausrichtung sind die Energien, so wie ich sie im Moment wahrnehme äußerst günstig.

Weiter frage ich mich auch: Und was bringt das Älterwerden so mit sich? Nun, aus meiner Sicht wird man(n/frau) immer entspannter weil durchlässiger. Immer klarer und feiner. Aber auch weicher. Letzteres nicht nur an Oberschenkel und Poppes, sondern vor allem im Herzen.

Im Einklang mit dem natürlichen Wandel

Wir verändern uns permanent; werden in jedem Moment neu geboren. Weshalb sich auch Körper und Geist im Laufe unseres Lebens wandeln. Und oh, Überraschung: es ist ein absolut natürlicher Prozess. Ich finde, dass ist so wichtig zu erkennen, aber vor allem anzunehmen. Andernfalls erzeugen wir unnötiges Leid, indem wir gegen den Lauf der Natur ankämpfen.

Die Wurzeln von Störungen und Krankheiten sind in der Nichtachtung der (eigenen) Natur zu suchen, sagt der Ayurveda.

Arbeiten wir dauerhaft und konsequent gegen unsere Natur, bzw. gegen die Zyklen der Natur, legen wir damit den Grundstein für vermeidbare Erkrankungen. Voraussetzung ist, ein besseres Verständnis für die Natur zu entwickeln. Zu erkennen, dass wir als untrennbarer Teil der Natur seinen Gesetzen unterworfen sind. Der unaufhaltsame Wandel ist ein Gesetz der Natur.

Wir werden in jedem Moment neu geboren

Wir verändern uns in jedem Augenblick, ganz von selbst. In uns läuft ein vollautomatisierter Erneuerungsprozess ab. Was wir aber stattdessen wollen ist Nichtveränderung. Spätestens wenn die Spannung der Körpergewebe nachlässt und die Schwerkraft zuschlägt. Dann wollen wir unseren jugendlich straffen Körper zurück.

Oder wenn nicht nur unser Geist, sondern auch unsere Haare immer feiner werden – bis sie dann womöglich noch ausgehen und plötzlich an anderen Stellen anfangen zu sprießen. Oder wenn unser weibliche Körper beschließt vorsorglich einen Mausspeckbauch anzulegen aus dessen Fettzellen er später Östrogen produzieren kann, um uns bestmöglich in die kommende Menopause zu bringen. So gesehen ist unser Körper ein ganz schönes Cleverchen.

Ein Aspekt des Älterwerdens ist, dass wir lernen dürfen unserer Körperintelligenz mehr zu vertrauen (sofern wir es noch nicht tun) und uns so mehr an die natürlichen Wellen der Natur schmiegen können.

Weniger ist mehr

Für mich bedeutete dies, dass ich nach dem Tod meiner Mutter, bzw. spätestens seit meinen Herzproblemen beschlossen habe weniger kontrollieren zu wollen und stattdessen mehr geschehen zu lassen.

Ich habe aufgehört ständig zu rennen, zu überholen und mich mit anderen messen oder zu wollen.

Tatsächlich habe ich mit das Joggen und exzessives Yoga aufgegeben und stattdessen angefangen zu wandern, sanftes Yoga zu praktizieren und vor allem mein Herz bewusst zu trainieren. Mir ist es wichtiger mit einem großen, reinen und friedvollen Herzen zurückzukehren, anstatt mit einem Sixpack.

Weißt Du, mein Herz und ich, wir arbeiten stetig daran noch weiter und weicher zu werden. Wie ein Fluss, der auf seinem Weg zum Meer immer breiter und tiefer wird und dadurch langsamer. Der sich nicht beeilt und ganz von selbst zum Ozean fließt.

Älterwerden ist nix Schlimmes. Ganz im Gegenteil; Vieles wird soooviel leichter und entspannter. Wir dürfen uns also zurücklehnen und jeden noch verbleibenden Moment doppelt genießen. Wirklich genießen. Vergiss nicht, das Leben ist ein Geschenk.

Komm behütet durch den Tag,

Deine Anita 🙏🏻❤️

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